Bildungsdefizite bei Journalisten
1993, Leserpost wegen einer Bildreportage in der MAZ vom 21. Juli 1993, Ausgabe Jüterbog
Die Zeitung zeigte in ihrer Lokalausgabe ein Foto von einer Spruchtafel, die jemand an sein Haus geheftet hatte, mit folgender Unterschrift: "Früher hingen überall Parolen zur Planerfüllung herum. Heute zieht in Kaltenborn eine Tafel die Blicke an. Darauf steht: Und Handeln sollst Du so, als hinge von Dir und Deinem Tun allein das Schicksal ab der deutschen Dinge und die Verantwortung wäre Dein. Was soll man davon halten? Vielleicht kann ein Psychologe Deutungsmuster geben. Mehr Witz wäre den Schöpfern allemal zu empfehlen."
Darauf hin sah ich mich veranlaßt, folgenden Brief an die Zeitung zu schicken, der auch veröffentlicht worden ist:
"Hättest Du geschwiegen, wärst Du ein Philosoph geblieben", lautet ein antikes Sprichwort. Das gilt auch für die Bildunterschrift zu der Spruchtafel von Kaltenborn. Das Gedicht lautet komplett:
"Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an Deines Volkes Auferstehen,
Laß diesen Glauben Dir nicht rauben,
trotz allem, allem, was gescheh'n,
und handeln sollst Du so,
als hinge von Dir und Deinem Tun
allein das Schicksal ab der deutschen Dinge
und die Verantwortung wär' Dein."
Es ist von keinem Geringeren als dem Philosophen Johann Gottlieb Fichte (1762 - 1814). Sein Ziel war die geistige Erneuerung durch die allgemeine Nationalerziehung. Das predigte er in einer Krisensituation der Nation, die der heutigen vergleichbar ist. Wenn auch seine Sitten- und Rechtslehre nun nicht mehr "in" ist, Fichte deshalb gleich zum Psychologen schicken zu wollen, das charakterisiert nicht nur das Bildungsniveau des Journalisten, sondern auch den Zeitgeist.
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Streitschrift zum Erhalt der deutschen Sprache
2008, Dezember MAZ vom 5. Dezember 2008, S. 11, Leserpost „Auf Angie ist Verlaß“
Es glossierte ein Landtagsabgeordneter das Vorhaben, Deutsch als Landessprache ins Grundgesetz aufzunehmen, mit dem Vergleich zu Gartenzwergen. Ich weiß nicht, ob es dem Herren Abgeordneten bewußt ist, daß es sich um die Sprache Goethes, Schillers und Heines handelt, die er überwinden möchte. Er sieht es als Errungenschaft an, daß inzwischen an der Humboldt-Universität Lehrveranstaltungen in Englisch durchgeführt werden. Für mich ist das eher ein Armutszeugnis. Wenn diese Nachricht stimmt, so wäre das die Krönung der Verdrängung unserer Muttersprache im eigenen Land. Man braucht nur Antenne Brandenburg einzustellen, um das Gefühl zu haben, es gibt immer noch einen „Rundfunk Im Amerikanischen Sektor“. (Zum Glück können wir im Süden Brandenburgs statt dessen MDR 1 empfangen.)
Die gegenwärtige Bundesrepublik gleicht mehr und mehr einem Rheinbund-Fürstentum zu Zeiten Napoleons, als man nicht nur Sprache und Mode der herrschenden Großmacht kopierte, sondern auch Soldaten für dessen Kriege zu stellen hatte. Wenn wir schon die zweifelhafte Ehre haben, den USA Staatsschulden abkaufen zu dürfen, so möchte man uns doch bitte wenigstens noch unsere Muttersprache lassen. Und wenn ein Abgeordneter sich als Volksvertreter begreift, dann doch bitte des Volkes, von dem er seine Diäten bekommt. Das nenne ich Deutsch miteinander reden.
Bis auf die letzten beiden Sätze wurde der Brief in der MAZ veröffentlicht. Diese Leserzuschrift brachte mir eine ganze Reihe von zustimmenden Briefen und Anrufen ein.
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Dialog über Zeitungsberichte zum Großbrand auf dem ehem. Truppenübungsplatz Jüterbog
2008, 12. Juni
Anfrage an den Chefredakteur der MAZ
„Sehr geehrter Herr Dr. Rost,
ich beziehe mich auf Ihre Berichterstattung vom 11. Juni "Flammeninferno aus der Luft bekämpft" auf Seite 1 und vom 12. Juni "Großbrand gelöscht" auf Seite 5. Zunächst zu der heutigen Ausgabe. Dort heißt es, "auf dem munitionsverseuchten ehemaligen Truppenübungsplatz in Niedergörsdorf". Die Nachricht ist schlichtweg falsch. Die Gemeinde Niedergörsdorf hat m. W. keinerlei Flächen auf dem ehem. Schießplatz Jüterbog. Gebrannt hat es in den letzten Tagen auf Jüterboger Territorium, bestenfalls an der Grenze zu Treuenbrietzen.
Nun zur gestrigen Ausgabe. Darin steht: "Brandursache war... herumliegende Munition aus der Wehrmachtzeit..." Wie kommen Sie zu dieser Behauptung? Ist das Geschoß oder die Kartuschhülse gefunden worden, welche den Brand ausgelöst haben? Fand sich daran noch der Herstellercode, der beweist, daß es ein Hersteller aus der Zeit der Wehrmacht war? Ich bin gespannt, welche Details Sie mir hierzu nennen können, um den Wahrheitsgehalt Ihrer Aussage zu untermauern.
Denn rein statistisch ist die Nachricht auf der gestrigen Seite 1 schon mehr als fraglich. 130 Jahre ist der Schießplatz Jüterbog von verschiedenen Truppen genutzt worden. Diesen Zeitraum teilten sich die nationalen Kontingente wie folgt: 38 % die Sowjetarmee/WGT, 36 % das Kaiserliche Heer, 13 % die Reichswehr, 8 % die Wehrmacht und 5 % die Truppen Preußens vor Gründung des Kaiserreiches. Und was die reale Fundmenge von Munitionsresten betrifft, so liegt die russischer Herkunft mit Sicherheit an erster Stelle. Ich weiß nicht warum, doch irgendwie fällt mir bei dieser Diskussion der Name Reemtsma ein.“
Am 18. Juni gab es ein Antwortschreiben des MAZ-Chefredakteurs, in dem er u. a. ausführte, „die Ortsangabe ‚Niedergörsdorf’… war in der Tat irreführend, da der Brand auf dem Territorium der Stadt Jüterbog ausgebrochen war. Das Missverständnis rührte daher, dass die Einsatzleitung der Feuerwehr… im Niedergörsdorfer Ortsteil Altes Lager lag...“ Man überlege, welche Folgen solche Logik für die Kriegsberichterstattung aus Afghanistan hat, wo der Einsatzstab für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan in Geltow bei Potsdam liegt…
„Bezüglich der Aussage zur möglichen Brandursache haben Sie selbstverständlich Recht“, schreibt der Pressevertreter und führt weiter aus, „dass uns das Munitionsteil, das wahrscheinlich das Feuer ausgelöst hatte, nicht vorliegt. Er rechtfertigt sich aber dann mit der Aussage: „Eine unwahre Behauptung kann ich in dem Artikel aber nicht erkennen, da sich der Autor… auf leitende Feuerwehrmitarbeiter bezieht und diese zitiert.“ Das war für mich Veranlassung diesbezüglich bei der Feuerwehr nachzufragen. Und wie zu erwarten, haben weder der Jüterboger Wehrleiter noch der Chef der Feuerwehr des Kreises eine solche Behauptung aufgestellt. Sie erklärten auf Nachfrage, daß sie im Gegensatz dazu in den Presseterminen ausdrücklich erklärt hätten, daß es nicht möglich ist, festzustellen, was für ein Munitionsteil das Feuer verursacht hat. Und schon gar nicht, wer dessen Hersteller gewesen ist. In sofern, ist dem Schlußsatz meines o. g. Schreibens an den Chefredakteur nichts mehr hinzuzufügen.
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Trennungsgeld für Westbeamte, eine Leserpost dazu |
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2007, 9. Juni |
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MAZ vom 7. Juni 2007: Keine Rüge für die Regierung. Landtag debattierte über Trennungsgeld. |
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Seit Jahren gibt es immer wieder Berichte über unrechtmäßiges Kassieren von Trennungsgeld durch Landesbedienstete. Was mir dabei zunächst einfällt, ist der Begriff „weggelobt“. Wenn der Leiter einer Behörde vor der Frage steht, wen er aus seiner Mannschaft hier zum Beispiel als „Aufbauhelfer Ost“ weggeben kann, dann wird es in der Regel nicht der beste Mann bzw. die beste Frau aus dem Team sein. Man schickt den weg, der die kleinste Lücke hinterläßt. Das ist ganz einfach eine Frage des gesunden Menschenverstandes. Und Personen, denen man klar gemacht hat, daß am alten Platz keine richtigen Aufstiegschancen bestehen, sind leicht zu überzeugen, woanders ihr Glück zu versuchen. Erst recht, wenn dazu ordentliches „Buschgeld“ als materielle Stimulierung kommt. Der Ehre halber will ich sagen, daß es wohl auch Idealisten gegeben haben mag, die in erster Linie hier her kamen, um zu helfen. Trotzdem zeigt sich, daß beim Aufbau der neuen Verwaltung die Chefetagen nicht immer mit der ersten Wahl besetzt worden sind. Offenkundig war darunter mancher Raffke. Laut Presse sind immer noch 1124 Fälle anhängig, wo Beamte und Angestellte unberechtigt Trennungsgeld kassiert haben. Die Zahl belegt, daß es sich um eine Art „Massenorganisation“ handelt. Es ist auch plausibel, daß sich die Aufklärung ewig lange hinzieht, schließlich finden sich bei den Gerichten, Staatsanwaltschaften usw. Menschen mit ähnlicher Vita, die deshalb schon viel Verständnis für einander haben.
Dennoch können wir in Brandenburg zu Frieden sein, daß es sich soweit bekannt nur um Finanzschwindelei handelt, aus Sachsen hört man viel Schlimmeres…
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Trennungsgeld für Westbeamte, "Buschzulage", und deren unredliche Abrechnung |
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2004, Januar |
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Schreiben an den Herausgeber der MAZ als Verfasser eines Kommentars |
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Sehr geehrter Herr Gauland,
Ihr Kommentar in der MAZ vom 29. Januar löste bei allen Leuten,mit denen ich darüber sprach (und das waren sehr viele!) völliges Unverständnis, bestenfalls sehr bitteres Gelächter aus. Mit ziemlicher Sicherheit haben Sie die selbe politisch-geographische Herkunft wie die in Rede stehenden Personen, gehören auch der selben politisch-sozialen Klasse an, haben vermutlich sogar schon manche Schnittchen miteinander gegessen. Da nimmt es nicht wunder, wenn Sie aus Solidarität Ihre Bekannten in Schutz nehmen. Das ist jedoch ein Job, um den ich Sie nicht beneide. Denn die Schwierigkeit der Materie besteht darin, plausible Entschuldigungsgründe zu finden. Und da hatten Sie mit Sicherheit keine glückliche Hand.
„Es ist nicht Aufgabe eines Oberlandesgerichtspräsidenten oder eines Generalstaatsanwaltes, Trennungsgeld nachzurechnen. Dafür werden sie nicht bezahlt.“ Wenn Sie meinen, daß das geringe Salär der genannten Herren dafür nicht ausreicht, das eigene Geld nachzuzählen, dann ist das Ihr Standpunkt. Doch unstrittig sollte wohl sein, Zusatzbezüge bekommt nur der, der sie auch beantragt hat. Keine der betreffenden Personen wird wohl gegen seinen Willen und ohne sein Wissen Zuschläge bekommen haben. Und spätestens bei studierten Juristen sollte das Wissen darüber vorhanden sein, was einem rechtens zusteht und was nicht.
Das Problem scheint viel grundsätzlicher zu sein. Welcher Art waren denn viele der Beamten, die vor rund zehn Jahren der Verlockung des „Buschgeldes“ nicht widerstehen konnten? Es waren Leute, die vermutlich aus gutem Grund zu Hause vergeblich auf die gewünschte Beförderung gewartet haben. Es waren Leute, die von ihren Vorgesetzten delegiert, „weggelobt“ wurden, weil man im Westen gut auf sie verzichten konnte. Das ist einerseits rein menschlich und verständlich, es ist nur traurig für die „Empfängerländer“. Gern hätte ich mehr von denen getroffen, die wirklich aus Überzeugung, aus dem guten Willen in den Osten gegangen sind, um hier etwas zum Guten zu verändern. Schauen Sie sich doch die Skandale mit solchen Leuten in Brandenburg der letzten Jahre an. Ich muß Sie sie Ihnen sicher nicht alle aufzählen. Es stand alles ja in Ihrer Zeitung zu lesen. (Wobei ich gern zugebe, daß es auch genügend Raffkes und Inkompetente unter den hier gebürtigen Amtsträgern gab.)
In der Hoffnung, daß Sie nicht so bald nicht wieder in die verzweifelte Lage kommen, derartige Verhaltensweisen schönreden zu müssen, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen...
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Frau befürwortet Folteranwendung |
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März 2003 |
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März 2003: "Im Meinungsstreit" MAZ vom 13. März 2003, öffentlicher Brief an eine Leserin als Antwort auf ihren Leserbrief. |
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"Immer wenn ich die Leserbriefe wegen der Folterungen lese, platzt mir der Kragen", schrieb Frau Bärbel R. in der MAZ vom 13. März 2003. "Wie sehr doch viele gegen Folter sind, wer spricht denn für die Opfer?" Die Folterbefürworter von der CDU "Schönbohm und Sven Petke sprechen und denken für die Opfer, doch Herr Platzeck für sein Amt", meinte die Schreiberin. Ich schickte ihr darauf hin folgenden Brief:
Sehr geehrter Frau...
Sie schrieben, Ihnen platzt der Kragen, wenn Sie lesen, wie viele sich gegen die in Deutschland wieder angestrebte Folter äußern. Da auch ich zu denselben gehöre, will ich Ihnen noch eine kleine Erklärung geben:
Es war im Jahre 1669. Da wurde in Jüterbog eine Frau mit Namen Gertraude Wahle der Hexerei bezichtigt. Beim Verhör bestritt sie die (wie wir heute wissen) unsinnigen Vorwürfe. Nach damaliger Rechtspraxis wurde sie darauf hin der Folter unterzogen. Man zerquetschte ihr die Finger, verbrannte ihre Haut, zerriss ihre Gelenke. Doch, was die Geschichte so ungewöhnlich macht, sie war zu keinem Geständnis zu bewegen. Zehntausende anderer Frauen brach die Folter früher oder später den Willen und sie nahmen schon deshalb die Todesstrafe an, nur um der Pein in der Folterkammer zu entrinnen. Die Richter in Jüterbog waren bei der Wahle ratlos und wandten sich an den Schöppenstuhl zu Leipzig, um zu erfragen, was zu machen sei. Wie die Stadtakten belegen, war die Antwort aus Leipzig, wenn die Frau nicht geständig ist, liegt es daran, daß nicht sachgerecht gefoltert worden ist. Darauf hin ist die Wahle abermals einer "peinlichen Befragung" unterzogen worden. Und, was kaum zu glauben ist, die Stadt musste die inzwischen zum Krüppel gemachte Frau freilassen. Jedoch hatte das Opfer der Stadt zuvor Verzeihung für die erhaltene Pein zu geben und zu schwören, daß sie nicht Rache nimmt.
Ich verstehe Ihre Wut, Frau Rauter, auf unsere Rechtspraxis, wo häufig dem Täter mehr Verständnis entgegenbracht wird als dem Opfer. Sicher sind härtere Strafen vonnöten. Und vor allem müssten diese auch konsequent durchgesetzt werden. Das ist alles unstrittig.
Doch ich glaube nicht, daß Polizei und Justiz das Recht haben dürfen, Menschen zu quälen, um von ihnen Aussagen zu erpressen. Humanisten wie Friedrich von Spee erkannten schon vor 400 Jahren, die Folter kann kein Beweismittel sein. Wer ordentlich gequält wird, gesteht letztlich alles. Und die Ausnahme der Gertraude Wahle aus Jüterbog beweist sicher nicht, daß die Wahrheit letztlich siegt. Ich wünsche niemandem, so wie es Politiker in USA und nun auch in Deutschland fordern, daß bei Terrorismus-Verdacht unter körperlicher und psychischer Folter Geständnisse erpresst werden dürfen. BILD schreibt begeistert, daß amerikanische Sonderkommandos Gefangene außerhalb der USA vernehmen sollen, weil hier die Gesetze der US-Demokratie nicht gelten würden. So könnten die "Rambos" ohne jede Beschränkung alles erdenkliche mit den Gefangenen anstellen, um sie zum Reden zu bringen. Stellen Sie sich vor, es wäre Ihr Mann oder Sohn, der vielleicht zur falschen Zeit am falschen Ort war und nun zu den Beschuldigten gehört. Was schätzen Sie, wie lange wird der Betreffende durchhalten?
Mit besten Wünschen für zivilisierte Rechtsstaatlichkeit
und körperliche Unversehrtheit,
Ihnen, mir, uns allen!
H. S.
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Innenminister denkt an Folter |
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Februar 2003 |
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Leserbrief aufgrund des MAZ-Beitrages "Brandenburgs CDU für Folter in Extremfällen" vom 26.2.2003 |
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Es ist schön zu wissen, daß eine demokratische Partei in der Bundesrepublik ausdrücklich die Anwendung der Tortur gutheißt. Selbst unser Innenminister "kann sich unter bestimmten Vorraussetzungen Folter bei Terror-Verdacht vorstellen". Warum so bescheiden? Es gibt außer dem Terrorismus noch zahlreiche weitere Straftatbestände, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung gefährden. Dabei geht es beileibe nicht nur um Verdachtsfälle. So zum Beispiel das beharrliche Verschweigen der Herkunft von Parteispenden. Oder erst die Unterstützung eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges. Hier wäre noch ein weites Feld für die Anwendung der Folter. Ich glaube, wir müssen uns noch auf manche Schmerzensschreie in diesem Land gefaßt machen...
Gemeinsam mit weiteren ähnlich lautenden Leserbriefen ist der Text in der MAZ bereits am nächsten Tag veröffentlicht worden.
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Regelmäßig beklagen Leser das Bildungssystem unseres Landes, wie schlimm der gegenwärtige Zustand ist. Man diskutiert Reformen und stellt dann doch wieder fest: Es wird scheinbar schlechter statt besser.
Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, ob dahinter Absicht steht. Dafür gäbe es plausible Gründe. Immer größer wird die Schere zwischen Arm und Reich. Die soziale Ungerechtigkeit ist himmelschreiend. Das funktioniert nur so weiter, wenn die Leidtragenden ihre Lage und Möglichkeiten zur Änderung nicht überschauen können. Es ist tatsächlich systemerhaltend, wenn ein wachsender Teil des Volkes, dem sinnvolle Arbeit nicht geboten werden kann, auf unterem geistigen Niveau gehalten wird. Dabei kann die Rezeption philosophischer Schriften nur kontraproduktiv sein. Es reicht als Unterhaltung, die TV-Fernbedienung zu handhaben, sich Seifenopern und primitive Streitgespräche von Debilen und Asozialen, die mit ihren Konflikten pervers zu Schau gestellt werden, anzusehen. Das gibt dem unbedarften Zuschauer das wohlige Gefühl, noch nicht so tief gesunken zu sein.
Und selbst die Masse derer, die noch Arbeit habt, kommt mehr und mehr ohne höhrere Bildung aus. Dank moderner Produktionsmethoden ist ein wachsender Teil der Arbeitsschritte immer simpler zu vollziehen. Daher kann man die einst an eine hochqualifizierte Arbeiterschaft gekoppelte Produktion in die Billigländer der Dritten Welt verlegen.
Die wenigen Eliten, die noch gebraucht werden für Politik und Wirtschaftsführung, absolvieren Privatschulen der Sonderklasse, wo das ansonsten abgeschaffte Leistungsprinzip in höchster Vollendung angewendet wird. Beim Rest kann in staatlichen Schulen Drogenkonsum, ja sogar Drogehandel, als "lebensnaher" Bildungsinhalt auf dem Lehrplan stehen, wie unlängst noch im Land Brandenburg.
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Mummenschanz im Gerichtssaal |
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13. November 2002 |
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Kommentar zu dem Bericht der MAZ, S. 6 |
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Bildunterschrift : "Der Schwerverbrecher Schmökel sitzt im Gerichtssaal einem SEK-Beamten gegenüber."
Sensationshaschend berichtete die MAZ am 5.November 2002 über den Prozeß gegen den brutalen Mörder Frank Schmökel mit Fotos auf denen der Angeklagte vor vermummten Wächtern zu sehen war. Es stellt sich die Frage, was sollte der Unsinn, wenn im Gerichtssaal Männer mit Sturmhauben maskiert herumstehen? Meine Meinung dazu:
Wir haben in der Regel für solche Fälle die Angehörigen des Strafvollzugdienstes oder auch Beamte der regulären Polizei, die in jedem erdenklichen Fall für Ordnung im Gerichtssaal sorgen und notfalls einen Widerspenstigen disziplinieren können.
Im Mittelalter war es üblich, daß sich die Henker maskieren mußten. Und zwar deshalb, weil ihre Tätigkeit als unehrenhaft galt. Das wird ja wohl nicht auf die Herren mit den buntkarierten Jacken und den Strickmützen vor dem Gesicht im Neuruppiner Gerichtssaal zutreffen!
Dann gäbe es theoretisch noch einen weiteren Grund, weshalb sich Ordnungshüter maskieren müssen. Und zwar, um sich vor Übergriffen von Sympathisanten des- oder derjenigen, die sie zu maßregeln haben, zu schützen und daher anonym bleiben wollen. Doch auch das kann wohl in diesem Fall nicht zutreffen.
Es ist nicht erinnerlich, daß sich bei den großen Strafprozessen der Geschichte, ob beispielsweise im Nürnberger Prozeß, ob gegen den Judenmörder Eichmann oder zuletzt gegen Erich Honecker, Wachmänner maskieren mußten, weil sie Angst hatten, anschließend von Getreuen des Verurteilten aufgelauert zu werden. Und selbst bei einem Schmökel, für den vielleicht sogar eine Mehrheit der Bevölkerung die Todesstrafe wünscht, braucht der Ordnungshüter sich nicht zu schämen, daß er ihn bewacht oder gar Furcht zu haben, daß er wegen dieser Tätigkeit angefeindet werden würde. Ganz im Gegenteil, wenn dazu aufgerufen worden wären, hätten sich Hundert von Männern gefunden, die den allgemein verachteten Mörder schon gezeigt hätten, wo es lang geht. Und das vermutlich sogar kostenlos.
Also bleibt nur noch ein Schluß für den Maskenball im Gerichtssaal übrig: Der Staat schützt das Volk mit harten Männern von Sondereinsatzkommandos! Es sollte offensichtlich zugleich demonstriert werden, seht her Bürger, so doll bewachen wir den wildgewordenen Gewalttäter! (Der uns zuvor durch die Lappen ging und dabei wieder zum Mörder wurde - mit der Frage der Schuld der Gesellschaft wegen unzureichender Obhut eines bekannten Gewalttäters.)
Wenn also die politisch Verantwortlichen solch eine Show im Gericht inszenieren, so scheint, sie wollen uns eine besondere Sicherheit vorgaukeln. Ein Bißchen mehr Ehrlichkeit wäre besser...
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"Kinder im Rausch" - Rauschgifthandel im Lehrplan brandenburgischer Schulen. |
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21. Oktober 2002 |
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Leserbrief zu dem Bericht der MAZ, S. 6 |
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In der MAZ vom 21.10.02, S. 6, stand zu lesen, daß sich Bildungs- und Innenminister von Brandenburg auf Wege zur gemeinsamen Drogenbekämpfung geeinigt hätten.
Dazu folgende Meinungsäußerung von mir:
Im vorigen Jahr gab es soviel Drogentote wie noch nie in Brandenburg. Und es gehört nicht viel Prophetie dazu, eine weitere Steigerung vorherzusagen. Wie die Zeitung schreibt, hätten die Minister Schönbohm und Reiche eine Kooperation zur verbesserten Prävention vereinbart. Das klingt gut. Leider ist den Herren nicht mehr zu glauben. Erinnern wir uns: Zum Monatsanfang ging die Schlagzeile durch den Blätterwald "Drogenhandel im Mathe-Unterricht". Verbindlich für 450 Schulen in Brandenburg war in den Lehrplänen der 7. u. 8. Klassen der Gebrauch Drogen als Normalität hingestellt worden. Als Beispiele für die Ausgaben der Schüler stand dort "Hobbys, Musik... Drogen" und ihre Einnahmen sollten die Kinder aus folgenden Quellen speisen: "Taschengeld, Jobs, Geschenke, Drogenverkauf". Als der unfassbare Skandal ruchbar wurde, wiegelte der Bildungsminister ab, der Verfasser hätte sich mittlerweile "für seinen Fehler" entschuldigt. Ich glaube nicht, daß man so was mit einer banalen Entschuldigung wettmachen kann. Jemand zum Drogenkonsum und zum Handel mit verbotenen Substanzen anzustiften, ist allein schon eine Straftat, wenn das mit schutzbefohlenen Minderjährigen passiert, dann erst recht. Und stelle man sich vor, daß das die gesamte Jugend eines Bundeslandes dem extensiv folgt, dann reicht das Ergebnis bereits an Völkermord! Entweder ist der Verfasser des Lehrplanes so unbedarft und dumm, daß er die Folgen seines Tuns nicht abwägen kann, oder er ist derart böswillig, daß er bewusst unserer Gesellschaft schaden will. In beiden Fällen dürfte wohl seine Weiterbeschäftigung in einem Ministerium nicht mehr angebracht sein. Wenn sein vorgesetzter Minister keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen daraus zieht und die Partei des Innenministers von der zunächst vollmundig angekündigten Strafanzeige Abstand nimmt, dann kann es mit der oben erwähnten vereinbarten Zusammenarbeit beider Ministerium zur Bekämpfung des Drogenmissbrauches auch nicht weit her sein.
(Der Leserbrief wurde in der MAZ veröffentlicht.)
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Die Verlogenheit unserer Sprache |
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17. Oktober 2002 |
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Leserbrief zu den Berichten der MAZ |
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Es betrifft die Zeitungsartikel:
- "Vandalen auf Fahrrädern", MAZ Teltow-Fläming 9.7.02, S. 16
- "Vandalismus: Eisenbahn stellt Betrieb ein." MAZ 30/31.10.02, S. 5
- "Bürgermeister beklagt Vandalismus", MAZ Jüterboger-Echo 30./31.10.02, S. 15
- Und schließlich den in MAZ vom 11.Febr. 2003, "Kein Hinweis auf Schul-Vandalen"
Es sollen Wandalen in Kirchmöser gewütet haben. Das ist schon verwunderlich, weil das Volk der Wandalen bereits seit 1 500 Jahren von der Weltbühne verschwunden ist. Und außerdem ist die Spezies der "Schul-Vandalen" den Völkerkundlern völlig unbekannt.
Es wäre es heute ein Unding von "polnischer Wirtschaft" oder "jüdischer Raffgier" zu reden, da damit der Straftatbestand der Volksverhetzung und der Aufstachelung zum Rassenhass begangen würde. Doch die Wandalen, als Namensgeber des Vandalismus, dürfen seit einiger Zeit pauschal für alle möglichen Straftaten herhalten. Es gilt als politisch unkorrekt, pauschal von "Zigeunern" zu reden. Sinti oder Roma muß es heißen, um die beiden größten Stämme dieses Volkes exakt zu bezeichnen. Genauso hätte das Volk der Wandalen, so sie noch eine Lobby besäßen, Anspruch darauf, konkret nachzufragen, ob jeweils der Stamm der Asdingen oder der der Silingen gemeint ist.
Die Wandalen waren ursprünglich dort zu Hause, wo heute Polen liegt. Seit 171 u. Z. waren sie in den Karpaten und an der oberen Theiß nachweisbar. Im Zuge der Völkerwanderung zogen sie nach Westen und drangen 409 in Spanien ein, wo sie teilweise von den Westgoten aufgerieben wurden. Ihr bereits christlicher König Geiserich führte die verbliebenen Wandalen über das Mittelmeer nach Nordafrika. Hier gründeten sie ein eigenes Reich mit Karthago als Hauptstadt. Doch lange währte ihre Herrschaft nicht, schon 533 unterlagen sie dem oströmischen Kaiser Justinian, der das Wandalen-Reich für immer zerstörte.
Zum Buhmann der Geschichte wurden die Wandalen erst 1794 durch den Bischof von Blois, Gregoire, gemacht. Er prägte das Schlagwort des "Wandalismus" für Zerstörungswut, speziell gegen Kunstwerke, "nach der längst widerlegten Fabel von den Verwüstungen bei der Einnahme Roms 455 durch die Wandalen" (Brockhaus).
Worin liegt nun die Ursache für die Renaissance der Rede vom "Vandalismus"? Es ist Teil der wachsenden Verlogenheit unserer Sprache, mit der Ursachen und Zusammenhänge vorsätzlich verschleiert werden sollen. Wer sind den die vermeintlichen Wandalen? Es sind unsere Kinder und Jugendlichen! Der völlige Verlust von gesellschaftlichen Werten, gepaart mit der Idealisierung des Egoismus ("Selbstverwirklichung"), dazu der allgemeine Niedergang des Bildungswesens (Drogenhandel als Leitbild im Lehrplan) und die berufliche Perspektivlosigkeit führen zu zunehmender Kriminalisierung.
Es wäre doch weitaus ehrlicher, nicht die Wandalen zu beschuldigen, sondern die Kinder dieser dekadenten Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes beim Namen zu nennen.
N.B. Die Jüterboger Lokalredaktion schreibt nach einem ähnlich lautenden Leserbrief bei solchen Vorkommnissen nicht mehr von "Vandalen", sondern von "Halbstarken", was der Sache durchaus näher kommt.
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Blondinenwitze - erlaubter Rassismus |
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20./21. Oktober 2001 |
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Leserbrief zu dem Bericht der MAZ |
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Mehrfach wurde Ende 2001 in der MAZ eine Frau J. Carley vorgestellt (20/21.10.2001 "Die Märkische" und ebenda am 8./9.12. d. J.). Die aus den USA stammende Ballettlehrerin ist als Gutmensch vorgestellt worden, der sich literarisch über ihren brandenburgischen Nachbarn ausgelassen hat. Nachdem sie in dem oben vermerkten Zeitungsinterview erklärte, daß sie sich über einen "Blondinenwitz" besonders amüsiert hätte.
Das war das für mich Anlaß, dem Chefredakteur eine Frage zu stellen:
"Ich kann die künstlerischen Qualitäten dieser Dame nicht beurteilen, habe aber bei den menschlichen so meine Bedenken. Und dann wird der Unsinn auch noch wörtlich in Ihrer Zeitung wiedergegeben. Diese Sorte Witze erklärt Frauen aufgrund ihrer Haarfarbe als blöd. Nun wissen wir alle, daß Menschen weder wegen Ihrer Haut- und damit auch Haarfarbe, ihres Geschlechts, ihrer Religion etc. nicht benachteiligt noch diskriminiert werden dürfen. Ich brauche Ihnen sicher nicht darzulegen, was Polen-, Juden- oder Zigeunerwitze für einen moralischen und geistigen Gehalt haben. Kein Geringerer als Michel Friedmann verkündete in Ihrer Zeitung (MAZ 20./21.10.01, S. 2): 'Wer Blondinenwitze erzählt, diskriminiert genauso wie jemand, der rassistische Witze erzählt.' Sieht das die Redaktion anders?"
-- Kurze sinngemäße Antwort der Redaktion, Interview-Aussagen in o. g. Rubrik werden nicht zensiert. Wer sich dabei blamieren möchte, dürfe das tun...
Bedenkenswert ist jedoch der Umstand, daß die Selbstzensur der Presse rassistische Witze über irgendwelche Fremden oder Minderheiten aus gutem Grund tunlichst vermeidet, wenn sie aber auf Kosten des eigenen Volkes gehen, durchaus abgedruckt werden können. Gerade diese Blondinenwitze diffamieren einen nennenswerten Teil deutscher Frauen als ausschließlich blöd und geil. Man stelle sich vor, daß selbige Dame in der Türkei Männer mit schwarzem Oberlippenbart, oder im Kongo Männer mit krausen Haaren gleichermaßen charakterisiert hätte...
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Springerstiefel freie Zonen |
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24. Januar 2001 |
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Leserbrief zu dem Bericht der MAZ, vom 24.1.2001 |
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Beim Lesen der MAZ fand ich den Beitrag "Springerstiefel-Breie Zonen" mit der Aussage: "Am weitesten ist die Grund- und Gesamtschule in Halbe (Dahme-Spreewald)... es sei das 'Tragen von Bomberjacken... (etc) untersagt.' Nur einmal mußte ein Schüler zum Umziehen nach Hause geschickt werden" erklärte die Schulleiterin einem Reporter.
Ich selbst war vor über dreißig Jahren Schüler in Halbe. Auch ich wurde damals zum Umziehen nach Hause geschickt. Stolz hatte ich auf dem Schulhof meine neuen Jeans getragen, die mir meine Oma aus dem Westen mitgebracht hatte. Ich wurde zum Direktor beordert. Der Mann erklärte mir, die "Niethosen" wären Sinnbild des feindlichen amerikanischen Imperialismus. Das würde er an seiner Schule nicht dulden. Außerdem ist Dallas in Texas der Herstellungsort der LEVIS und ich würde so Sympathie für die Mörder von John F. Kennedy zeigen. Das einzige, was ich damals davon verstand, war, der Mann hat die Macht, seine Meinung auf dem Schulgelände durchzusetzen.
Es gut zu wissen, daß heute wieder in dieser Schule darauf geachtet wird, daß die Mode schön politisch konform bleibt. Die Frage bleibt jedoch, ob die Schüler heute mehr begreifen als ich damals.
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